Der Nordluzon und die beeindruckenden Reisterrassen um Banaue

Nach Sonne, Strand und Meer soll es nun in das höher gelegene, wesentlich kältere aber dafür saftig grüne Banaue gehen. So wagten wir uns in einen Nachtbus und fuhren los …

Manila – dem Ziel Indonesien ein großes Stück näher

Diesmal waren wir wesentlich besser vorbereitet – Tobi hatte sich die Karte von Manila auf sein iPhone geladen und so konnten wir dem Taxifahrer mittels GPS ganz genau unser Hotel zeigen. Wir hatten das geniale 24H Apartment Hotel gebucht, wo man für sein Geld auch tatsächlich die 24H bekommt (Check In Time = Check Out Time). Das war natürlich für uns prima, weil wir erst um 19:30h angekommen sind und am nächsten Tag den Embassy Marathon vor uns hatten – welcher ganz schön mühsam gewesen wäre, hätten wir auch noch das Gepäck mitschleppen müssen! Aber so haben wir easy-cheesy meinen wunderschönen in weiß gehaltenen und mit goldener Schrift verzierten Notfallspass bekommen 😉 (siehe unseren vorherigen Blogpost – Manila) und sogar das komplizierte Visum für Indonesien beantragen können. Man muss aber auch dazu sagen wir waren verdammt gut vorbereitet:

  • Antragsformular bereits ausgedruckt und ausgefüllt
  • Lebenslaufformular bereits ausgedruckt und ausgefüllt
  • Kopie der Bestätigung des Hin- und Rückflugs
  • Kopie des Passes
  • Ausdruck der finanziellen Kontostandsituation
  • Und ein passendes 3 x 4 cm großes Passfoto mit rotem (!) Hintergrund
  • Zusätzlich mussten wir noch einen Brief schreiben und die Gründe erläutern warum wir nach Indonesien einreisen wollen und ein Visum beantragen
  • Außerdem ist es wichtig, dass man sich einen Manager-Check von der Bank (BDO) holt, weil das Tourist Visa (2.250 PHP) kann man nicht in Bar bezahlen
  • Alle Infos und Formulare findet man auf der Website der indonesischen Botschaft Manila

Der riesen Vorteil von diesem Aufwand ist nun – so als wäre es fast Schicksal gewesen – wir werden uns am am 1. Februar 2012 in Manila unser 60 Tage Visum abholen :). Wäre das alles nicht gewesen, hätten wir nur ein 30 Tage Visa on Arrival bekommen und dieses hätten wir uns aufwendig verlängern müssen, weil wir sowieso vor hatten 2 Monate in Indonesien zu verbringen, damit wir am 1. April den Geburtstag vom Andschn auf Bali feiern können! Also Ende Gut alles Gut!

Filipino Street Food Experience

Eigentlich wollten wir zum Japaner Sushi essen gehen, welcher bei Google Maps und Foodspotting empfohlen worden ist. Doch leider hatte er genau Nachmittagspause, so dass wir uns bei einer kleinen Straßenküche, bei der Taxi & Jeepney Fahrer einkehren, 2 Portionen Tapilog (45 PHP p. Portion) zum mitnehmen bestellt haben. Im Hotel waren wir dann doch ein bisschen enttäuscht als wir eine riesen Portion „Plain Rice“ mit 3 Ministückerl Schweinefleich und einem Minispiegelei im Plastiksackerl vorfanden. Zum Glück hatten wir uns noch vorher beim Markt eine ganze Ananas und eine süße Mango gekauft – so wurde unser Hunger doch noch gestillt 😉

Banaue – ein winziges Dörfchen mit Charme

Von wegen es gibt 3 Buslinien die von Manila nach Banaue fahren, das war vielleicht ein mal so. Die bequemeren Busunternehmen (Florida & Autobus) haben diese Strecke eingestellt und so konnten wir nur noch das Busunternehmen Ohayami (ca. 415 PHP p.P.) nehmen. 8h eiskalte Nachtbusfahrt – am nächsten Morgen ist man wesentlich erschöpfter und kann den Tag auch nicht wirklich nutzen… Tobi hat sich noch dazu eine saftige Erkältung eingefangen. Somit haben wir nachdem wir in der People‘s Lodge gefrühstückt und eingecheckt haben (500 PHP mit shared hot shower bathroom) gerade Mal einen kleinen Spaziergang zum View Point (Am Weg trifft man alte Einheimische in der traditionellen Tracht bzw. im Tanga und kaum Zähnen im Mund – wenn man ein Foto von Ihnen macht wollen sie natürlich eine kleine Spende) und zum Markt geschafft und um 19 Uhr schon tief und fest gemüzelt. Die People‘s Lodge ist wirklich ein nettes, sauberes, familiäres Guesthouse und von der Restaurant Terrasse hat man einen hübschen Blick über einige Reisterrassen. Das gleich nebenan gelegene Uyami‘s Greenview Lodge würden wir nicht empfehlen, weil man um den gleichen Preis nur ein Zimmer mit Cold Shower bekommt – für Hot Shower & Handtuch muss man jedes Mal extra bezahlen! In beiden Gasthäusern sind Steckdosen eine Rarität (bei der People‘s Lodge gibt es im Restaurant bei einem Tisch welche) und wenn man keinen eigenen Adapter mit hat, muss man sogar fürs Aufladen von Akkus extra bezahlen.

Gut zu Wissen: Nicht erschrecken wenn man Filipinos mit rotem Mund und Zähnen sieht – keine Sorge es ist kein Blut, das liegt an einer speziellen Nuss/Snack welchen sie die ganze Zeit kauen und ausspucken!

Tipp für Manila: Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen um nicht stundenlang im Stau zu stehen. Wir sind von unserem Hotel aus mittels PNR (10PHP) sehr schnell zum weit entfernten Busterminal gefahren. Fahrplan beachten!

Batad – UNESCO Weltkulturerbe, Ifugao die Reisterrassen

Lolita, eine Filipina aus der Peoples Lodge – ein bisschen verwirrt aber sehr freundlich – hat uns einen Ausflug zu den Ifugao Reisterrassen und dem Tappiya-Wasserfall „angedreht“. Preis für eine Tageswanderung (ca. 6 Stunden Fußmarsch) mit 2 Stunden Transport: 1.200 PHP für den Guide + 700 PHP für das Tricycle – dies sind die Standardpreise in Batad (wenn man eine größere Gruppe ist kann man sich einen Jeepney um 2.500 PHP mieten und erspart sich so auch eine Stunde Fußmarsch, weil dieses weiter hinauffahren kann – ein Tricyle schafft dieses letzte steile Stück nicht). Im Nachhinein wissen wir, dass man diese Tour auch auf eigene Faust bewältigen könnte. Sprich man hätte einfach von Banaue losspazieren können und hoffen, dass ein öffentliches Jeepney vorbeikommt, welches einen für ca. 100 PHP mitnimmt (Es gibt aber keine Garantie dass eines kommt). Von Batad selbst findet man den Weg auch selbst zu den Ifugao Reisterrassen und dem Wasserfall, welcher dahinter liegt – vielleicht muss man ein paar Mal nach dem Weg fragen wenn man durch das verwinkelte Dorf geht. Ich muss aber schon sagen, dass unser Guide und Fahrer (Ehemann von Lolita) sein Geld wert war. Er kannte sich sehr gut aus war freundlich und ist ein ausgezeichneter Fahrer, ich bin mir nicht sicher, ob alle Tricyclefahrer ihr Fahrzeug bei dieser steilen schlammigen und steinigen Straße so unter Kontrolle haben! Auf jeden Fall ist der Auf- und Abstieg ganz schön anstrengend – hunderte von kniehohen Stufen mussten wir bezwingen – wir spüren unsere Waden auch nach 2 Tagen noch ziemlich heftig. Aber die malerische Kulisse, die einem geboten wurde, macht alles vergeben und vergessen 🙂

Baguio – wir sind zurück in der Xylophon spielenden Zivilisation

Eigentlich wollten wir mit dem KMS Bus um 7 Uhr in der Früh nach Baguio fahren (Tickets hatten wir bereits ab Vortag gekauft 415 PHP p.P – 7-8h Fahrt) aber da dieser anscheinend kaputt war haben wir für das selbe Geld einen Platz im Minivan bekommen und so ging es mal wieder 7h Serpentinen auf und ab – für eine Strecke die gerade mal 200km lang ist! Wenn man Baguio dann endlich erreicht hat merkt man sofort, dass das 20 Jahrhundert auch hier angekommen ist. Im Zentrum gibt es eine grüne Parkoase mit einem Teich auf dem Ruderboote in Form von Schwänen umhertreiben. Am großen Hügel daneben, thront die mächtige SM-Mall – ein modernes Einkaufszentrum mit allem Drum und Dran. Schon von unserem kleinen Appartement aus haben wir den Klängen von Xylophonen und den lauten Schlägen von Trommeln gelauscht und beim Rundgang durch die Stadt sahen wir dann schließlich auch die zahlreichen Gruppen von Jugendlichen, welche zu diesen Klängen aufwendige Tanzchoreographien aufführen. In der Nacht werden wir dann mit dem Deluxe Victory Line Bus (mit Free WiFi & großen hoffentlich bequemen Schlafsitzen) nach Manila (715 PHP p.P.) düsen und hoffentlich diesmal auch ein paar Stunden Schlaf bekommen! Bis zur Abfahrt vertreiben wir uns die Zeit in der SM-Mall & gehen einfach mal ins Kino und schauen uns Underworld 4 in 3D an – wir haben ja sonst nix zu tun 😉

Nun sind wir auch schon in Manila am Panay Busbahnhof angekommen und es ist verdammt früh – viel zu früh: 03:00 am! Also die Sitze waren wirklich super bequem, man liegt fast aber es war genau so bibber kalt und die Ankunftszeit ganz und gar kein Traum – 3h warten am Busbahnhof bis die Sonne aufgeht, um dann mim Taxi zum Friendly Guesthouse zu fahren.

Und zum Schluss ein paar Bilder – den nächsten Bericht gibt es dann aus Indonesien 🙂



Kommentare

Eine Antwort zu “Der Nordluzon und die beeindruckenden Reisterrassen um Banaue”

  1. Bertrand & Helga sagt:

    Hallo ihr 2 Hübschen!

    Wieder interessante Infos + sehr beindruckende Fotos, sodass man gleich die Koffer packen möchte, denn bei uns ist es außer kalt nur kalt 🙂

    Die kniehohen Stufen würden wir aber auslassen 🙂

    Weiterhin viel Spaß & Action von der ganzen Meute

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