Verrückte Ziplines durch den Dschungel & singende, schwingende Gibbons – GIBBON EXPERIENCE – LAOS

Von Luang Prabang machen wir uns auf nach Huay Xai, an der Grenze zu Thailand, wo das nächste Highlight unserer bisherigen Reise auf uns wartet – die GIBBON EXPERIENCE! Zuerst heißt es jedoch erstmal 13 Stunden im Nachtbus von Luang Prabang nach Huay Xai auszuharren – was überraschenderweise recht angenehm ist, da wir fast die ganze Fahrt durchschlafen, und nach der ersten Hälfte sogar jeweils einen Doppelsitz für uns alleine haben :). Selbst die alt bekannte Karaokemusik stört unseren Schlaf nicht!

Wir quartieren uns für eine Nacht im Oudomphone 2 Guesthouse ein (nettes Zimmer für 80.000 Kip/Nacht, ca. 8€, mit AC & Hot Shower), das gleich in der Nähe vom Gibbon Experience Headquarter ist, wo man schon am Tag vor Beginn der Experience einchecken muss. Wir haben ja bereits vor ein paar Wochen gebucht, da sie oft ausgebucht ist, allerdings scheint es diesmal sogar noch einige freie Plätze zu geben.

Wirklich schmunzeln mussten wir über das genannte „Headquarter“. Die Gibbon Experience wird ja wirklich in jedem Reiseführer als absolutes Highlight beschrieben, umso verwunderlich war, dass wir beim ersten Mal das Office glatt übersehen haben (vgl. Photo) 😉

Die Gibbon Experience

Joseph & Kim (Hallo Familie!) haben uns bereits vor einem Jahr ihre verrückten Videos von den Ziplines quer durch und über den Dschungel gezeigt, und da wussten wir sofort, dass das auch ein Fixpunkt unserer Reise sein muss! Auch die anderen Backpacker die wir bisher getroffen haben waren alle vollauf begeistert.

Die Idee hinter der Gibbon Experience ist es mehrere Tage in einem großen Baumhaus mitten im tiefsten Dschungel zu verbringen, und auf diversen Wanderungen (man kommt ganz schön ins Schwitzen bei den vielen Stufen die sich „up, up“  & „down, down“ durch den Dschungel ziehen) mit etwas Glück die seltenen Gibbons beobachten zu können, bzw. zumindest ihrem Gesang (!) zu lauschen. Erst durch die erfolgreiche Experience wurde das riesige Gebiet zum Nationalpark und dadurch vor der Abholzung geschützt. Der große Unterschied zu einem „normalen“ Dschungelabenteuer sind aber die ewig langen Ziplines die immer wieder zwischen den Urwaldriesen gespannt sind, und auf denen man mit ungeheurer Geschwindigkeit von einem Baum zum nächsten „zippen“ kann! Man bekommt dazu ein Klettergeschirr in das man sich hineinsetzt, hakt sich mit zwei kleinen Rollen in das gespannte Stahlseil ein und dann gehts schon los (als Bremse dient ein Stück Gummireifen) – mit hoher Geschwindigkeit zischt man an den Bäumen vorbei bis man plötzlich aus dem Wald in unglaublicher Höhe über ein wunderschönes Tal fliegt, man sich fast garnicht hinunterschauen traut und die geniale Aussicht genießen kann! Die Ziplines sind bis zu 500m lang, also braucht es schon eine Weile bis man an der anderen Seite ankommt… einfach ein unbeschreibliches Gefühl und jedes Mal ein Adrenalinkickl! Ich kann das garnicht richtig beschreiben, ich glaub ein Video spricht mehr als 1000 Worte, mal schaun ob wir es schaffen eines unserer Videos hochzuladen – Es hat funktioniert (schnelles Internet in Thailand sei Dank), deshalb hier ein Video von einer der vielen Ziplines!

Treehouse Number 7 – Best Spot in the Lot (for Gibbon Sightings)

Nach der ersten Wanderung durch den Dschungel und den ersten Versuchen an den Ziplines (Gleich die allererste Zipline geht in atemberaubender Höhe über ein großes Dschungel-Tal) erreichen wir unser schönes Baumhaus, das wir uns mit zwei anderen Pärchen aus Neuseeland (Hello Jeff & Hanna!) und Italien/Deutschland (Salut Sandro & Sonja!) teilen. Ein genialer Blick über den Dschungel, nette Schlafplätze die durch ein schönes Stoffzelt bzw. Moskitonetz und angenehm dicken Decken richtig luxuriös wirken, und Schutz vor diversen nachtaktiven Tieren bieten. Eine kleine Küche, in der unsere Guides mehrmals täglich Tee & Kaffee aufsetzen, im Untergeschoß WC & ne geniale Regendusche mit Aussicht, ein kleiner Tisch mit kleinen Stühlen und noch einen Schlafplatz im Obergeschoß – das ist jetzt unsere Unterkunft für zwei angenehme Nächte! Das Baumhaus ist übrigens auch nur mittels Ziplines zu erreichen, und auch unser Mittag- und Abendessen wird uns über diese Ziplines gebracht. Essen gibt es immer reichlich und es ist besser als erwartet (auch wenn ein bissl die Würze fehlt). Nach einem anstrengenden Wandertag fehlt nur ein kühles Beerlao um den Tag perfekt zu beenden, das lässt aber leider auf sich warten, stattdessen gibt es immerhin eine Flasche des etwas gewöhnungsbedürftigen „Malacca Weines“ aus Laos, der (zumindest laut Etikett) unglaublich Gesund ist, und nahezu jede Krankheit heilen kann.

Am zweiten Tag haben wir bereits Glück und können die ersten Gibbons direkt von unserem Baumhaus beobachten, allerdings nur sehr kurz und sehr weit entfernt – Am Tag 3 dafür dann umso besser, eine Gruppe Gibbons springt und schwingt durch einen riesigen Baum (der glücklicherweise keine Blätter hat) und lässt sich von uns gut & lange beobachten 🙂 Von mehreren anderen Leuten haben wir bereits gehört dass sie bisher garkeine Gibbons gesehen haben, also haben wir wohl besonderes Glück mit unserem Baumhaus gehabt!

Am Heimweg hören wir dann auch noch den Gesang der Gibbons, fast so als ob sie traurig über unsere Abreise wären! Bisher hatten wir nur gelesen dass sich der Gesang so anhören soll wie „singende Aliens“, worunter wir uns nicht wirklich etwas vorstellen konnten… aber wenn man den Gesang dann hört kann man nur zustimmen: Singende Aliens! 🙂

Fazit: Die Gibbon Experience war ein voller Erfolg, die verrückten Ziplines, die Übernachtungen im Baumhaus, und die Gibbon-Encounter bleiben uns wohl ewig in Erinnerung – absolut empfehlenswert! Wenn auch für Laos verhältnismässig sehr teuer (220€ pro Person für die Classic Experience 3 Tage 2 Nächte) – Ein großer Teil des Geldes geht aber angeblich (bzw. hoffentlich) in die Aufforstung bzw. Erweiterung des Nationalparkgebietes.

Als Abschied von Laos setzen wir uns am Abend noch mit Sandro & Sonja auf ein Abschiedsessen bzw. Bier in die How-Bar in Huay Xai, wo wir dann auch noch den Neffen des französischen Besitzers der Gibbon Experience kennenlernen! Trifft sich gut, da wir eh schon etwas skeptisch geworden sind, ob da denn wirklich alles so nett & nachhaltig abläuft wie es nach Aussen zu wirken scheint. Wir erfahren, dass natürlich ein netter Gewinn für den Inhaber überbleibt, aber dennoch viel für die Einheimischen, die Natur & die Gibbons gemacht wird, es aber auch viele Probleme gibt, mit der Regierung, den Einheimischen die NICHT an dem Projekt mitarbeiten können etc. etc.

(Für die Interessierten ein paar Detail die wir dem Neffen entlocken konnten:

  • Der Gründer der Gibbon Experience arbeitete in seiner Zivildienstzeit als Englisch- und Französischlehrer in Vientiane.
  • Er gründete Step by Step die Gibbon Exoerience und erst 2006 wurde dieser Teil von Borkeo zum Nationalpark erklärt.
  • Die Mitarbeiter haben 1 Monat im Jahr Urlaub und lernen Englisch durch freiwillige Lehrer bzw. bringen es sich gegenseitig selber bei – derzeit gibt es aber leider keine Volunteers im Ort (Stand Dez. 2011)
  • Als wir im Nationalpark waren haben wir einige Schüsse gehört – wunderte uns natürlich sehr, weil wir davon überzeugt waren, dass in einem Nationalpark Jagen nicht erlaubt ist. So ist es auch, nur gibt es leider Einheimische die, wenn sie keinen Job bei der Experience bekommen, gegen das Projekt rebellieren, indem sie im Park Schüsse in die Luft abfeuern – kein schöner Gedanke!
  • Interessant ist, wie sich der Gründer einen Teil seiner Pension sichert – Einheimische können junge Bäume sehr günstig kaufen, welche Sie dann pflanzen, hegen und pflegen bis sie groß und stark sind, um nach China für gutes Geld weiterverkauft zu werden. Der Einheimische bekommt dann 70% vom Erlös und die restlichen 30% fließen in die Pension des Gibbon Experience Gründers. Zwar ist es ein bisschen makaber, dass Bäume gepflanzt werden, um wieder abgeholzt zu werden aber zumindest sind dadurch die natürlichen Urwaldriesen mehr geschützt. )

Wir sitzen übrigens gerade im Minivan nach Chiang Mai, und als Zeitvertreib hab ich (Tobi) einfach mal drauf los geschrieben und diesen Blogpost verfaßt … (Ulli hat ergänzt 😉 ) – falls sich jemand fragen sollte, ob wir nichts Besseres zu tun haben als diese elends-langen Beiträge zu schreiben 😉

Liebe Grüße in alle Teile der Welt!

Tobi & Ulli



Kommentare

3 Antworten zu “Verrückte Ziplines durch den Dschungel & singende, schwingende Gibbons – GIBBON EXPERIENCE – LAOS”

  1. Biggi Mussil sagt:

    Das Programm muss super gewesen sein. Aber ich glaube WIR werden es trotzdem auslasse. -weil wir nicht nach Laos kommen werden 🙂 🙂 🙂 🙂

  2. gisela sagt:

    hallo ihr zwei!
    ein wundervolles neues jahr! auf mauritius und rodrigues haben wir euren blog nicht so gut verfolgen können und müssen jetzt etwas „nachholen“.

    alles liebe und weiterhin gute fahrt!
    bussi gisela & manfred

  3. Bertrand & Helga sagt:

    Flussufer & Glückslampions klingt ja sehr romantisch und ist ein toller Jahresbeginn!

    In welcher Tasche habt ihr eigentlich die Schmusekätzchen verstaut?

    Alles Liebe und vor allem Gesundheit!
    Freuen uns bereits jetzt auf weitere spannende Berichte und tolle Fotos von euch 🙂

    Bertrand, Helga & 🙂 🙂

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